Kirchenführer

 

Pfarrkirche St. Walburga Schwabbruck 

 

 

 

 

Liebe Besucher unserer Pfarrkirche St. Walburga!

Unser Gotteshaus wurde, so wie Sie es jetzt sehen, in der späten Gotik erbaut. Davon zeugen die Jahreszahlen 1493 hinter dem Hochaltar und 1477 auf dem Taufstein sowie das schöne Maßwerk im Fenster der oberen Sakristei. Erweiterungen und Umgestaltungen in der Zeit des Barock und des Klassizismus haben das gotische Gepräge stark zurückgedrängt.

Der Turm mit seinen romanischen Schallöffnungen und Kapitellen ist mehr als 700 Jahre alt.

Wenn Sie unsere Kirche betreten und das Weihwasser nehmen, sollten Sie zuerst den beiden hübschen Engeln mit den Weihwasserschalen aus unbekannter Zeit, einen Blick schenken.

  

Rechts im Kirchenschiff sehen Sie dann die Figuren unserer Kirchenpatronin St. Walburga (1885), des Bruders Konrad (1936), St. Cäzilia, St. Josef, St. Agnes; links eine Herz-Jesu-Figur, St. Willibald (1885), St. Florian (1897) und St. Sebastian.

Die weiteren Patrone Schwabbrucks, St. Magnus, auch Patron des Allgäus und St. Wendelin, Schutzheiliger der Haustiere, haben ihren Platz auf den Seitenaltären. Im Chorraum finden Sie eine Immaculata und auf dem Hochaltar die Bistumsheiligen St. Ulrich und St. Afra sowie eine spätgotische Madonna mit Kind.

An Bildern sind erwähnenswert das Wessobrunner Gnadenbild, die „Mutter der schönen Liebe“ auf dem linken Seitenaltar und der Kreuzweg in prächtigen barocken Goldrahmen, 1767 von dem Schongauer Wassermann gemalt.



Vorzüglichster Schmuck unseres Gotteshauses sind die hervorragenden Fresken, 1795 von dem Augsburger Akademiedirektor Johann Josef Anton Huber geschaffen. Die Fresken, die den gesamten Osterfestkreis schildern, sind vom Bayrischen Generalkonservatorium als „vorzügliche künstlerische und kunsthistorisch wertvolle Werke“ eingestuft worden. Sie machen das Gotteshaus zu einer Oster- und Auferstehungskirche und heben es damit ein wenig aus der Reihe der allesamt schönen Dorfkirchen des Pfaffenwinkels heraus.

In einem Zyklus, der im Chorraum mit der Auferstehung „in vollendeter Farbharmonie“ gemalt, beginnt, wird das glorreiche Leben Jesu Christi erzählt. Im Chorraum sehen wir rechts Maria Magdalena, links die suchenden Apostel Petrus und Johannes, in den Gewölbezwickeln des Langhauses die Erscheinungen des Herrn – in Gestalt eines Gärtners mit breitem Gärtnerhut und Spaten – vor Maria Magdalena und den Frauen, den Gang nach Emmaus und die Erscheinung auf dem See Genesareth.



Den Abschluß bildet das großartige Gemälde der Himmelfahrt Christi an der Langhausdecke.

Ebenfalls von Huber in Helldunkel gemalt sind die Apostelmedaillons an den Pilastern, die vier Evangelisten und die abendländischen Kirchenväter, welche um das Auferstehungs- bzw. Himmelfahrtsbild gruppiert sind, sowie die Erscheinung Christi vor dem ungläubigen Thomas und die Sendung des Hl. Geistes an den Emporbrüstungen.

Die künstlerische Kontinuität wird gewahrt durch einen Volksaltar mit Ambo und Sedilien aus der Werkstätte Wiegerling (1992).

Wenn Sie unsere Kirche verlassen, sollten Sie das Bronzeportal, ein Werk des Peitinger Bildhauers Wirtl aus dem Jahr 1972 beachten. Es versinnbildlicht Christus (Kreuz) und seine Passion, sein Evangelium (Symbole der Evangelisten) und die sündige und unvollkommene Menschheit (rostige Nägel). Das Kunstwerk will sagen, dass aus Christus, seiner Passion und seinem Evangelium, Heil und Erlösung für die Menschen kommt.

Besuchern wird von Kirchenpfleger Hans Görlich (Tel. 401),
oder der Mesnerin Claudia Lochbihler (Tel. 637) gerne geöffnet.



Huttenried



Seit jeher gehört der Ingenrieder Ortsteil Huttenried zum Kirchensprengel Schwabbruck. Die bescheidene Kapelle des Weilers, erbaut 1863, ziert ein Deckenfresko des Malers Kutruff: „Sankt Magnus verkündet das Evangelium.“ Jedes Jahr am Fest Kreuzerhöhung feiern Huttenrieder und Schwabbrucker gemeinsam das Patrozinium der Kapelle.

Peter Socher